
Der Sehsinn gilt als der wichtigste Sinn des Menschen. Schließlich liefern die Augen uns rund 85 Prozent aller Sinneseindrücke und sind damit unser Tor zur Welt. Pro Sekunde nehmen sie zehn Millionen Informationen auf und geben sie an das Gehirn weiter. Und doch vollbringen sie diese Leistung beinahe unbemerkt. Erst wenn die Augen nicht mehr so funktionieren wie gewohnt – Tränen durch Zugluft, eine verrutschte Kontaktlinse oder ein Staubkorn im Auge – dann wird die Bedeutung guten Sehens schlagartig klar. Aber wissen Sie auch, wie unsere Augen dieses phänomenale Kunststück vollbringen?
Unsere Augen funktionieren im Prinzip wie eine Filmkamera:
Wie bei einem Kameraobjektiv fällt Licht durch die einzelnen "Bauteile" des Auges.
Die einfallenden Lichtstrahlen werden über die Hornhaut aufgenommen. Durch die Pupille, eine Öffnung, deren Größe durch die Iris verändert werden kann, wird die Menge des einfallenden Lichtes geregelt. Dieses Licht wird durch die Linse weiter gebündelt und trifft schließlich auf die Netzhaut. Dort sitzen Rezeptoren für das Tag- und das Nachtsehen, die Zäpfchen und die Stäbchen. Hier wird das Licht umgewandelt, weiterverarbeitet und über den Sehnerv und die Sehbahnen ins Gehirn weitergeleitet. Aus der Kombination der Sinneseindrücke beider Augen entsteht dann das räumliche Bild: Wir sehen!