Stimmt es, dass eine Sehschwäche vererbt wird?

Seh-Märchen vs. Seh-Fakten

Sehschwäche erblich

Sind Sehschwächen vererbbar? (Foto: © Halfpoint / iStockphoto.com)

Ausfahrt verpasst, weil das Schild unscharf war? Verschwimmt die E-Mail auf dem Bildschirm? Wie bemerke ich eine Sehschwäche? Und ist sie wirklich erblich?

Was ist eine Sehschwäche?

Wer ein gesundes Sehvermögen hat, sieht scharf. Dafür bündelt das Auge Lichtstrahlen so, dass sie sich genau auf der Netzhaut schneiden. Dort befindet sich also idealerweise der Brennpunkt. Bei Sehschwächen wie Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit geht das schief: Der Brennpunkt liegt nicht auf der Netzhaut, die Abbildung ist unscharf. Aber auch Funktionsstörungen der Augen oder Erkrankungen verursachen Sehprobleme.

Was sind Anzeichen für eine Sehschwäche?

Gegenstände und Personen erscheinen nur verschwommen. Die Augen brennen, schmerzen, tränen, sind gerötet oder lichtempfindlich. An der Nasenwurzel oder den Schläfen drückt es. Pochende, hämmernde oder dumpfe Kopfschmerzen quälen. Kindern haben Lernprobleme und Konzentrationsschwierigkeiten. Das alles können Anzeichen für eine Sehschwäche sein.

Welche Sehschwächen treten häufiger auf?

Ist beispielsweise der Augapfel zu lang oder zu kurz, verschiebt sich der Brennpunkt – man ist kurz- beziehungsweise weitsichtig. Jenseits der 40 fällt dem Auge das Scharfstellen ohnehin schwerer, weil Linse und Ringmuskel des Auges nicht mehr so flexibel sind – die Folge ist Alterssichtigkeit. Bei einer Hornhautverkrümmung erscheinen Bilder undeutlich. Bei einer Rot-Grün-Sehschwäche ist die Farbwahrnehmung beeinträchtigt. Beim Schielen schaut jedes Auge in eine andere Richtung, weil zum Beispiel das Augenmuskelgleichgewicht gestört ist. Hat ein Auge Probleme, sich an Dunkelheit anzupassen, ist von Störungen des Dämmerungs- und Nachtsehens oder gar der sehr seltenen Nachtblindheit die Rede.

Welche Sehschwächen sind wirklich erblich bedingt?

Viele Sehdefizite sind tatsächlich angeboren. So können Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit vererbt werden. Nachweislich haben Kinder kurzsichtiger Eltern ein deutlich höheres Risiko, selbst kurzsichtig zu werden. Diese Sehschwäche entwickelt sich aber ebenfalls durch Sehgewohnheiten wie andauerndes Nahsehen oder durch äußere Einflüsse wie wenig Tageslicht. Eine Hornhautverkrümmung ist meistens erblich, kann jedoch durch Verletzungen, Infektionen oder Grauen Star auch später entstehen. Genauso gibt es angeborene Nachtblindheit und erworbene, ausgelöst etwa durch Vitamin-A-Mangel oder Erkrankungen des Auges. Eine Farbsehschwäche ist in den allermeisten Fällen auf einen vererbbaren Genfehler zurückzuführen. Und auch das Schielen können Mutter oder Vater an die nächste Generation weitergeben. Allein die Alterssichtigkeit ist ein Sehdefizit, das mit den Jahren unausweichlich kommt.

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