Bringen Wimpern wirklich Glück?

Seh-Märchen vs. Seh-Fakten

Wimpern Glück

Wimpern bringen Glück (Foto: © g-stockstudio / iStockphoto.com)

Wimpern sind die leicht nach oben gebogenen feinen Härchen an den Rändern der Augenlider. 150 bis 250 Wimpern, acht bis zwölf Millimeter lang, zieren das obere Augenlid des Menschen. Am unteren geht es spärlicher und kürzer zu: 50 bis 150 Wimpern, die sechs bis acht Millimeter lang werden.

Welche Funktion haben die Wimpern?

Wimpern bilden nicht nur den schmückenden Rahmen der Augen. Sie sind viel mehr – nämlich die Schmutzfänger des so wichtigen und wertvollen menschlichen Sinnesorgans. Sie schützen das Auge vor heranfliegenden Insekten, vor Schweiß, Staub, Schmutzpartikeln und auch vor intensiver Lichteinstrahlung. Wimpern gibt es in Schwarz, Blond, Rot, Braun – meistens in der Farbe wie das Kopfhaar.

Warum fallen Wimpern aus?

Je nach Veranlagung leben Wimpern zwischen 100 und 180 Tagen, Kopfhaare werden dagegen zwei bis sechs Jahre alt. Wächst eine neue Wimper nach, wird die alte aus dem Haarfollikel, der Haarwurzelhülle, herausgeschoben und macht Platz für die neue. Die Wimper ist tot, lang lebe die Wimper!

Warum bringen Wimpern angeblich Glück?

Jeder, auch so mancher Skeptiker, hat sicherlich schon einmal eine Wimper von der Fingerspitze gepustet und sich dabei etwas gewünscht – und das ging vielleicht sogar in Erfüllung. Die englische Folklore wandelt die Glückswimper-Idee etwas ab: Man legt die Wimper auf den Handrücken, denkt an einen Wunsch und wirft sie über die Schulter. Löst sich die Wimper von der Hand, wird der Wunsch Wirklichkeit.

Der historische Ursprung des Wimpern-Rituals ist leider unbekannt. Nach einer Erklärung soll die lose Wimper wertvoll sein, weil sie so selten ist. Das Pusten steht für den göttlichen Atem, der Dingen Leben einhaucht. Vielleicht wird der Wunsch auch einfach nur auf Reisen geschickt.

Ist das also nicht mehr als naiver Humbug? Glauben hin, Wunschdenken her – auch Placebo-Effekte sind nicht zu unterschätzen und machen die Menschen glücklich.

Mediziner diagnostizieren sogar via „Wimpernzeichen“: Sind bei fest geschlossenen Augenlidern noch Wimpern zu sehen, kann das ein Hinweis auf muskuläre oder neurologische Störungen sein. Die Wimpern sind quasi ein Glücksfall für den Patienten – sie helfen, seiner Erkrankung auf die Spur zu kommen.

Video: Bringen Wimpern Glück?

 

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