Gibt es Brillen für Tiere?

Seh-Märchen vs. Seh-Fakten

Brillen für Tiere – Brillen für Hunde
Wenn Tiere eine Brille brauchen | Bild: LightField Studios / shutterstock.com

Brillen für Tiere – gibt es die wirklich? Im Netz finden sich reichlich Beweisfotos: Sehhilfe auf Nase, Schnabel oder überm Breitmäulchen, klick! – fertig ist der coole Schnappschuss von Hund, Katze, Affe, Vogel, Frosch mit Brille. Doch hier geht es meistens um „O wie süß!“ und weniger um eine Maßnahme der Tiergesundheit zuliebe. Aber was ist nun dran an medizinisch notwendigen Brillen für Tiere?

Können Tiere überhaupt Sehprobleme haben wie die Menschen?

Ja, sie können. Genauso wie bei den Menschen kommen Sehschwächen und Augenerkrankungen bei den Tieren vor: Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Grauer Star, Verletzungen der Hornhaut, aber ebenso Alterssichtigkeit ,wie Forscher bei Zwergschimpansen herausfanden. Bei Hunden ist Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit keine Seltenheit. Ebenso gibt es Kurzsichtigkeit bei Katzen und bei Pferden. 

Lassen sich Sehschwächen bei Tieren mit Brillen korrigieren?

Das ist möglich. Ein Beispiel: Die Hündin Piper hatte Probleme beim Hundesport. Sie erkannte Hindernisse, über die sie springen sollte, aus der Ferne nicht scharf und sprang zu früh ab. Nach der Diagnose „extrem kurzsichtig“ verordnete ihr die Augentierärztin eine Brille. Diese ähnelt einer Schwimmbrille und ist aus bruchsicherem Material. Für den festen Sitz sorgen Gummibänder, mit denen die Hundebrille hinter dem Kopf und unter dem Kinn gehalten wird. Mit der Sehhilfe kann Piper nun Hindernisse und Bälle viel besser erkennen.

Die kurzsichtige Katze toleriert eine Brille schlecht, doch sie kommt auch ohne klar. Ihr Vorteil: Sie orientiert sich an Bewegungen und Umrissen und findet sich auf diese Weise trotzdem zurecht. Kurzsichtige Pferde werden mit Kontaktlinsen versorgt, aber nur wenn die Sehschwäche stark ausgeprägt ist. Leichte Fehlsichtigkeiten können die Tiere kompensieren.

Hund mit Brille sieht man öfter. Was ist der Grund?

Da Hunde nach einer Eingewöhnungszeit Brillen gut annehmen, werden sie oft aus anderen Gründen damit ausgestattet. Dann geht es vor allem um den Schutz der Augen vor äußeren Einflüssen wie Sonne, Schnee, Wind oder Fremdkörpern.

Gerade für Vierbeiner, die sich lange in der Sonne aufhalten oder die als Lawinenhunde quasi berufsbedingt blendendem Schnee ausgesetzt sind, ist eine Hundesonnenbrille mit UV-Schutz eine äußerst sinnvolle und die Hundegesundheit erhaltende Ausrüstung. Die Idee dazu soll aus den Alpen stammen: Bergführer wollten ihre Suchhunde vor Schneeblindheit schützen. Heute profitieren auch Diensthunde der Polizei und des Militärs von der Erfindung, genauso die vierbeinigen Begleiter sonnenanbetender Strandurlauber. Und Letztere greifen zur Sonnenbrille – nicht nur weil es schick ist, sondern um sich vor Blendung und UV-Licht zu schützen.

Helle Sonne und UV-Strahlung sind jedoch nicht die einzigen Gefahren für die Augen der Hunde. Bei Gebrauchshunden und Jagdhunden, die durch Wald und Flur streifen, zahlen sich Hundebrillen gleichermaßen aus: Äste, Zweige, störrische Grashalme können den Hundeaugen hinter der Brille nichts anhaben, Verletzungen bleiben aus.

Außerdem bieten Hunde(sonnen)brillen einen guten Schutz, wenn die Vierbeiner offen fahren. Collie, Beagle, Schäferhund, Spaniel und Co. im Cabrio oder im Beiwagen des Motorrads lassen sich mit Brille gefahrlos den Fahrtwind um die Schnauze wehen – und genießen einfach. Und das sieht noch cool aus! 

Auch Staubkörnchen und umherfliegende Steinchen vom Straßenbelag gelangen nicht in die empfindlichen Augen. Hundebrillen bewahren die Vierbeiner ebenso vor trockenen Augen, Entzündungen von Bindehaut und Hornhaut sowie allergischen Reaktionen an den Augen. 

Wichtiger Hinweis: Sehschwächen oder Augenerkrankungen können die Ursachen für Verhaltensauffälligkeiten bei einem Tier sein. Die genaue Diagnose stellen Tierärzte oder Augentierärzte. Sie entscheiden auch über die angemessene Behandlung.

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