Isst das Auge wirklich mit?

Das Auge isst mit
Sieht gut aus, schmeckt gut. Aber tut es dir auch gut? | Quelle: © ideabug / istockphoto.com

Natürlich isst das Auge mit! Der Beweis: Du stehst auf Buntes, Frisches, Knackiges? Besonders augenscheinlich wird das an der Obst-Gemüse-Theke. Du meidest, was Schimmel oder dunkle Matschstellen zeigen. (Und das ist gut so.) Denn verdorbene Lebensmittel können deinem Körper schaden. Aber was stärkt deine Augengesundheit? Welches Essen isst dein Auge – im wahrsten Wortsinn – mit? Schauen wir doch genau hin.

Was schmeckt deinem Sehsinn?

Alles von Rot und Orange bis Gelb und Grün. Augen lieben Farben! Carotinoide, wie zum Beispiel das Betacarotin, wandelt der Körper zu Vitamin A. Und ja, es ist bekannt. Dieses Augenvitamin spielt eine große Rolle. Aus Vitamin A kann nämlich Retinal gebildet werden. Und Retina ist der Fachbegriff für Netzhaut!

Retinal hilft uns beim Sehen in Dämmerung und Dunkelheit. Ein Mangel kann dazu führen, dass die Augen schneller ermüden, die Nachtsicht schlechter wird – im schlimmsten Fall droht Nachtblindheit. Also füttere deine Augen mit Augenvitamin A, damit sie keinen Mangel leiden. (Kleiner Wermutstropfen: Karotten verbessern die Sehkraft nicht – aber sie helfen, dass deine Augen gesund bleiben.) Also: weiter knabbern!). Aber aufgepasst, wenn du rauchst: Hochdosiertes Betacarotin aus Nahrungsergänzungsmitteln kann bei Rauchenden das Risiko für Lungenkrebs erhöhen. Unser Tipp: Lieber bunt und ausgewogen essen – und auf Betacarotin-Kapseln nur nach ärztlicher Rücksprache setzen.

Futter fürs Auge – natürlich bunt!

Der kleine Farbleitfaden geht weiter: Orange wie Trockenaprikosen, Rot wie Hagebutten, Gelb wie das Fleisch der Honigmelonen. Grün wie Grünkohl, Spinat, Brennnessel und Löwenzahn – alles Betacarotin-Lieferanten!

Der Kracher aus dem Meer? Algen!

Nennenswert hier: Frau Spirulina, Dame Chlorella und alle Afa-Algen. Sie liefern sogar mehr Betacarotin als gelbe Rüben.

Blaugrün wie das Meer: Phycocyanin

In Mikroalgen steckt außerdem das Phycocyanin, ein blauer Farbstoff, mit dem sich Algen ans geringe Sonnenlicht der Tiefsee angepasst haben. Phycocyanine erfüllen eine ähnliche Aufgabe wie Chlorophyll – sie fangen Sonnenlicht ein und machen daraus Energie. Da wir uns im Land der Märchen und Meerjungfrauen tummeln, drücken wir es poetisch aus: Aus Liebe zum Licht entsteht eine Stoff, der schützt und heilt: Phycocyanin. Er gehört zur Familie der Antioxidantien. Und das nicht nur in der Alge, sondern auch im Auge.

Das bedeutet, er schützt vor Krankheiten und hemmt Entzündungen – auch im Auge. Zum Beispiel bei Makuladegeneration, Bindehautentzündung oder trockenen Augen.

Was kannst du Makula-präventiv essen?

Zwei weitere wichtige Carotinoide – Lutein und Zeaxanthin – schützen die Makula, also die Stelle für dein Scharfsehen und Farberkennen. Die Makula ist winzig – nur rund fünf Millimeter groß – liegt aber im Zentrum der Netzhaut. Sie ist unverzichtbar für dein Detailsehen.

Und warum nennt man sie „gelber Fleck“? Weil sich dort Lutein und Zeaxanthin anreichern – sie „färben“ die Makula. So leuchtet die Makula in sattem Gelb – solange sie gesund ist. Doch was, wenn ihr Licht verblasst?

Dann sprechen Fachleute von Makuladegeneration. Das ist eine Erkrankung, bei der die Sehzellen in der Netzhautmitte nach und nach ihre Funktion verlieren.

Hier kann hochdosiertes Lutein helfen, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen und die noch vorhandene Sehkraft möglichst lange zu erhalten.

Welche Lebensmittel liefern dem Auge Lutein und Zeaxanthin?

Grünzeug vor! Wirsing, Spinat, Mangold, Feldsalat und andere grüne Blattgemüse liefern reichlich Lutein. Und für Zeaxanthin? Mais sowie gelbe und rote Paprika sind hier die Top-Lieferanten.  

Wie das Auge noch so mitisst? Das findest du in diesem Sehmärchen!

Entdecke jetzt weitere Seh-Märchen und gehe Seh-Mythen auf den Grund. Oder sende uns jetzt deine eigene Frage, ganz einfach per E-Mail oder Facebook Messenger.


Optiker-Suche

Finde jetzt einen Optiker in deiner Nähe. Gib einfach deine Postleitzahl oder deinen Ort ein und los geht‘s!