Kann Rauchen schädlich für die Augen sein?

Kann das Rauchen wirklich den Augen schaden? Das Seh-Märchen klärt auf! | @ Kevin Bidwell / Pexels.com

Dass Nikotin der Gesundheit schadet, ist für die meisten wohl nichts Neues. Dabei denken wir vor allem an Atemwegs- und Lungenkrankheiten bis hin zu Krebs. Auch Herzinfarkte sind als Raucherkrankheit bekannt. Dass Rauchen auch schädlich für die Augen sein kann, wirkt da fast schon nebensächlich. Allerdings nur auf den ersten Blick. Denn wenn wir von den negativen Folgen des Rauchens für die Augen sprechen, geht es um weit mehr als um ein „bisschen schlechteres Sehen“. Zigarettenkonsum kann die Augen massiv schädigen. Mehr noch: auch Menschen, die dem Rauch anderer ausgesetzt sind, müssen Folgen für ihre Augengesundheit fürchten. 

Wie schädlich Rauchen für die Augen sein kann, wird klar, wenn wir uns einige Zahlen ansehen: 

Rauchen kann einen Schlaganfall auslösen – im Auge!

Zigarettenrauch kann die Augen sowohl direkt als auch indirekt schädigen: direkt, indem er die Netzhaut und den Sehnerv angreift, indirekt, indem er die Durchblutung des Auges einschränkt. Insbesondere die Augennetzhaut hat einen hohen Sauerstoffbedarf. Ist dieser aufgrund verengter Gefäße eingeschränkt, droht ein „Schlaganfall des Auges“, bei komplettem Gefäßverschluss sogar die plötzliche Erblindung. 

Rauchen als Ursache für vollständigen Sehverlust

Die häufigsten Ursachen für eine Erblindung sind der so genannte Glaukom („Grüner Star“) und die Altersbedingte Makuladegeneration. Rauchen erhöht das Risiko für beide Erkrankungen und begünstigt zudem schwere Verläufe, die dann zum Verlust der Sehfähigkeit führen können. Raucher*innen haben nicht selten einen erhöhten Augeninnendruck. Dieser kann Blutungen am Rande des Sehnervenkopfes auslösen und zu einer Einschränkung des Gesichtsfeldes führen. Bei einer schweren Makuladegeneration wiederum lagern sich Gewebsflüssigkeit und Blut in der Netzhaut ein und verursachen „blinde Flecken“, die mit der Zeit größer werden. 

Rauchen begünstigt trockene Augen und schlechtes Sehen 

Dass Rauchen schädlich für die Augen ist, zeigt sich auch an der Bandbreite an Beeinträchtigungen und Erkrankungen, die der Nikotinkonsum nach sich ziehen kann: 

Passivrauchen: Gefahr vor allem für Kinderaugen 

Rauchen kann nicht nur schädlich für die Augen der Raucher*innen selbst sein. Auch Menschen, die dem Zigarettenrauch indirekt ausgesetzt sind, müssen gesundheitliche Folgen fürchten. Passivrauchen reizt die empfindlichen Schleimhäute der Augen und kann auch bei Nichtraucher*innen zu trockenen und brennenden Augen mit den oben beschriebenen Begleiterscheinungen führen. Forscher*innen der Cambridge Universität haben zudem herausgefunden, dass Menschen, die fünf Jahre und mehr mit einem Raucher oder einer Raucherin zusammengelebt haben, ein doppelt so hohes Risiko haben, an der Altersbedingten Makuladegeneration zu erkranken. Wissenschaftler*innen aus Hongkong haben sich ebenfalls mit der Frage beschäftigt, wie schädlich passives Rauchen für die Augen sein kann. Sie fanden heraus, dass Kinder aus Raucherhaushalten tendenziell eine dünnere Aderhaut hatten, die das Auge mit Nährstoffen versorgt. Die Folge – so die Annahme – könnten Fehlentwicklungen und Sehschwächen sein. Rauchen Mütter in der Schwangerschaft, erhöht das zudem die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder mit einer Störung der Augenmuskulatur geboren werden und schielen. Ob aktiv oder passiv: Rauchen kann unseren so wichtigen wie empfindlichen Sehorganen bleibende Schäden zufügen. Wer sich und andere davor bewahren möchte, hört lieber heute als morgen auf.

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