Sind farbige Kontaktlinsen schädlich?

Farbige Kontaktlinsen schädlich?
Können farbige Kontaktlinsen wirklich den Augen schaden? | @ Kathleen Sullivan / pexels.com

Farbige Kontaktlinsen sind von sich aus nicht grundsätzlich schädlich. Allerdings können sie durchaus zu ernsthaften Komplikationen führen, wenn bestimmte Dinge bei der Auswahl und Anwendung nicht beachtet werden. 

Unterschied zwischen herkömmlicher und farbiger Kontaktlinse

Herkömmliche Kontaktlinsen sind weitestgehend transparent und dienen vor allem der Korrektion von Fehlsichtigkeiten wie etwa Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit. Farbige Linsen sind hingegen in erster Linie ein kosmetisches Accessoire. Sie sind mit und ohne Sehstärke erhältlich und können den Augen eine andere Farbe verleihen. Außerdem gibt es noch Linsen mit verschiedenen Motiven. In einigen Fällen haben farbige Kontaktlinsen einen medizinischen Nutzen, beispielsweise bei Pigmentstörungen als eine Art Ersatz für die Iris oder bei bestimmten Augenerkrankungen als Lichtschutz.

Das sollte man beim Tragen von farbigen Kontaktlinsen beachten:

Wie herkömmliche Kontaktlinsen sind farbige Linsen und Motivlinsen in vielen verschiedenen Ausführungen erhältlich, die sich unter anderem durch ihre Materialeigenschaften unterscheiden. Eine besonders wichtige Rolle spielt die Sauerstoffdurchlässigkeit. Bei farbigen Kontaktlinsen kann die Farbe die Sauerstoffdurchlässigkeit teils erheblich einschränken, was die Hornhaut des Auges schädigen kann. Daher sollten auch farbige Kontaktlinsen aus einem hochwertigen Material bestehen und nur von Kontaktlinsenspezialisten wie Augenoptiker/Optometristen oder Augenarzt passend zu den individuellen Eigenschaften der Augen ausgewählt werden, egal ob mit oder ohne Sehstärke. Ebenso wichtig für die Augengesundheit ist der richtige Umgang mit Kontaktlinsen. Dazu gehört die sorgfältige Reinigung und Desinfektion mit geeigneten Pflegelösungen, die stets gewaschenen Hände beim Auf- und Absetzen der Kontaktlinsen und die Einhaltung der Tragezeiten und Ausstauschintervalle.

Wie schädlich sind farbige Kontaktlinsen?

Wer sich nicht an die Empfehlungen zum Umgang mit farbigen Linsen hält, riskiert Schädigungen seiner Augen. So bewirkt eine schlechte Sauerstoffversorgung durch ein ungeeignetes Material oder ein zu langes Tragen, dass die Hornhaut anschwillt. Das führt zu Sehstörungen und belastet die Augen. Durch mangelnde Hygiene kann es zu Infektionen am Auge kommen. Das kann schmerzhafte Entzündungen hervorrufen und sogar bleibende Schäden verursachen. Bei farbigen Kontaktlinsen sind die Risiken durch einen häufigen unsachgemäßen Umgang und eine nicht erfolgte Auswahl durch einen Kontaktlinsenspezialisten, höher als bei vielen herkömmlichen Kontaktlinsen. Deshalb gilt auch hier: nur nach Beratung und Einweisung durch einen Spezialisten sollten farbige Linsen getragen werden. 

Vorsicht bei eingeschränkter Sicht durch farbige Linsen

Je nach Motiv der Linse kann die Sicht stark eingeschränkt sein. Aber selbst bei einfachen farbigen Kontaktlinsen können Schwierigkeiten beim Sehen auftreten. Vor allem wenn sich die Pupillen bei dunkleren Lichtverhältnissen weiten müssen, kann der farbige Druck einen Teil der Pupille bedecken und das Sehen beeinträchtigen. Daher haben farbige Linsen beim Führen eines Fahrzeugs nichts auf dem Auge verloren. Die Gefahr ist zu groß, durch Sehprobleme einen Unfall zu verursachen. 

Sind farbige Kontaktlinsen schädlich für Kinder?

Bei falscher Auswahl und Handhabung können farbige Kontaktlinsenernsthafte Komplikationen am Auge verursachen. Das gilt erst recht für Kinder. Wenn ältere Kinder den sorgfältigen Umgang mit Kontaktlinsen gewissenhaft beherrschen, können sie auch mal farbige Linsen tragen. Allerdings sollten sie dies nur selten und für kurze Zeit tun. Als alltägliche Sehhilfe sind farbige Kontaktlinsen für Kinder keinesfalls zu empfehlen.

5 Gründe, wann man keine farbigen Kontaktlinsen tragen sollte:

  1. Bei der Teilnahme am Straßenverkehr
  2. Die Linsen nicht von einem Experten speziell für die eigenen Augen ausgewählt wurden
  3. Bei roten, brennenden oder juckenden Augen, zum Beispiel bei einer Bindehautentzündung
  4.  Der Umgang mit Kontaktlinsen nicht durch einen Experten vermittelt wurde.
  5. Die Tragezeit oder das Austauschintervall überschritten oder die Pflege vernachlässigt wurde

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