Warum weinen wir beim Zwiebelschneiden?

Weinen beim ZWiebelschneiden
Warum müssen wir eigentlich beim Zwiebelschneiden weinen? | Quelle: © D-Keine / iStockphoto.com

Die Nase schnieft, die Augen brennen, es fließen Tränen. Jeder, der schon einmal Zwiebeln geschält und geschnitten hat, kennt das Dilemma. Weinen beim Zwiebelschneiden… Was aber hat die Zwiebel, was Karotte, Rettich & Co. uns nicht in Tränen ausbrechen lassen? Vielleicht gibt es ja auch Linderung? Auf Spurensuche.

Was löst den Tränenfluss generell eigentlich aus?

Neben dem grundsätzlichen und permanent bestehenden Tränenfluss (basale Tränen) können Tränen auch emotional bedingt oder als Reaktion auf Umweltreize ausgelöst werden. Dazu gehören Kälte, Fremdkörper, Verletzungen oder eben chemische Stoffe und Gerüche wie die Zwiebel. 

Und was in der Zwiebel treibt uns so die Tränen in die Augen?

Schuld daran sind zwei Stoffe in den Zellen der Zwiebel: die schwefelhaltige Aminosäure Isoallin in der äußeren Zellschicht und das Enzym Allinase im Inneren der Zelle. Treffen beide beim Zerschneiden der Zwiebel aufeinander, spaltet das Enzym die Aminosäure. Bei diesem chemischen Prozess entsteht das schwefelhaltige Propanthial-S-Oxid, das uns die Tränen in die Augen treibt. 

Warum „beißt“ die Zwiebel eigentlich so in den Augen?

Auch eine Zwiebel muss sich vor Krankheitserregern und Fress-Feinden schützen. Sie steht unter anderem auf dem Speiseplan von Ratten und Wühlmäusen. Grund genug also für den Ausstoß des Reizstoffes. 

Gibt es Linderung?

Die Liste der Hausmittel ist lang. Viele sind kreativ, ein Beweis steht bei einigen aber aus. Eine Kostprobe:

Ob sich Züchtungen wie die tränenfreie Zwiebel „Smile Ball“ aus Japan durchsetzen werden, ist fraglich. Dort haben es Forscher geschafft, das für den Wein-Effekt verantwortliche Gen auszuschalten. Die Augen bleiben zwar trocken, dafür schmeckt die würzige Zwiebel kaum noch nach Zwiebel. Wer das mag… 

Sollten wir vielleicht besser auf die Zwiebel verzichten?

Ganz und gar nicht. Wer auf Zwiebeln verzichtet, verzichtet auf ein wichtiges Heilmittel – antibakteriell, schmerzlindernd, entzündungshemmend, keimtötend. Mit ihren vielen Vitaminen und Mineralstoffen helfen sie bei Husten und Heiserkeit, beugen Schlaganfall und Herzinfarkt vor und lindern selbst Insektenstiche. Unabhängig davon würden sich Sterne- wie Hobby-Köche die Augen reiben, wenn das Multitalent Zwiebel in der Küche fehlt – auch ohne Tränen.

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