Ein Mensch, zwei Augenfarben – gibt es das wirklich?

Seh-Märchen vs. Seh-Fakten

Zwei Augenfarben Iris Heterochromie

Wieso haben manche Menschen zwei Augenfarben? (Foto: © SensorSpot / iStockphoto.com)

Ein Auge grün, ein Auge blau. Wie geht denn das? Haben Menschen mit verschiedenfarbigen Augen andere Gene? Können sie besser oder schlechter sehen? Oder ist das Phänomen der zwei Augenfarben nur ein interessantes Alleinstellungsmerkmal?

Wie entsteht die Augenfarbe?

Die Farbe der Augen ist ein Grundmerkmal des Menschen. Einmal ausgeprägt, begleitet sie uns ein Leben lang und wird sogar im Pass vermerkt. Verantwortlich für den Farbton ist die Menge des Pigments Melanin in der Regenbogenhaut (Iris), das in unterschiedlichen Nuancen und Mengen existiert. Eine hohe Konzentration an Melanin ergibt braune Augen. Ein geringerer Anteil lässt die Iris in Grün-, Grau- und Blautönen erscheinen. Oder anders ausgedrückt: Je weniger Melanin, desto blauer leuchten die Augen.

Was ist die Ursache für unterschiedliche Augenfarben?

Die Farben beider Augen sind selten ganz identisch, aber doch recht ähnlich. Allerdings bestätigen Ausnahmen bekanntlich die Regel. So kann die Farbe der Regenbogenhaut des linken Auges anders sein als die des rechten Auges. Hierbei handelt es sich um eine Störung der Pigmentierung, die im Fachjargon Iris-Heterochromie genannt wird. Sie tritt jedoch sehr viel häufiger bei Tieren auf als bei Menschen.

Sind die Augen immer komplett unterschiedlich gefärbt?

Nein, das muss nicht sein. Bei der Heterochromie liegt meistens eine mangelnde Melanin-Pigmentierung in Abschnitten eines Auges vor. Der unterversorgte Part erscheint bläulich. Oft weicht auch nur ein schräg zur Mitte laufendes Iris-Segment im Farbton ab – das nennt sich sektorielle Heterochromie. Wenn in der Iris-Mitte ein andersfarbiger Ring sichtbar ist, wird dies als zentrale Heterochromie bezeichnet. Diese Form der Heterochromie gibt es relativ häufig.

Kann jeder Mensch verschiedenfarbige Augen bekommen?

Die auffälligen Farbunterschiede der Augen können durch eine angeborene Anomalie verursacht werden. In Ausnahmen sind sie aber auch Folge einer Iris-Entzündung oder Symptom einer anderen Krankheit. Häufig kommt eine ungleiche Pupillenweite hinzu.

Benötigen verschiedenfarbige Augen eine besondere Behandlung?

Unterschiedliche Augenfarben führen selten zu körperlichen Beschwerden oder Beeinträchtigungen des Sehvermögens. Deshalb ist meistens keine Behandlung erforderlich. Manchmal geht diese Erscheinung jedoch mit Schwerhörigkeit einher, die diagnostisch abgeklärt und behandelt werden sollte.

Was für viele Menschen interessant aussieht, kann für die Betroffenen auch belastend sein. Hier lässt sich aber unkompliziert Abhilfe schaffen: Getönte Kontaktlinsen verwandeln das Alleinstellungsmerkmal im Handumdrehen in ein Durchschnittsattribut.

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