Darf man mit Kontaktlinsen Schwimmen gehen?

Mit Kontaktlinsen schwimmen
Darf man wirklich mit Kontaktlinsen schwimmen? | @ Deagreez / iStockphoto.com

Mit Kontaktlinsen schwimmen zu gehen scheint sehr praktisch zu sein. Allerdings können verschiedene Probleme auftreten, sodass dies nicht uneingeschränkt zu empfehlen ist. Doch wann darf man mit Kontaktlinsen schwimmen?

Welche Risiken gibt es beim Schwimmen mit Kontaktlinsen?

Beim Schwimmen mit Kontaktlinsen besteht die größte Gefahr darin, dass Wasser in die Augen gelangen kann. Im Wasser sind Keime enthalten, die sich an den Kontaktlinsen anlagern und zu schweren Infektionen der Augen führen können. Schon Wasserspritzer können ausreichen. Bei weichen Linsen ist dieses Risiko aufgrund der Materialeigenschaften größer als bei formstabilen Linsen. Weiche Kontaktlinsen nehmen ebenso andere im Wasser befindliche Substanzen wie etwa Chlor eher auf, was sowohl den Linsen als auch den Augen schaden kann. Formstabile Kontaktlinsen können hingegen leichter beim Schwimmen verloren gehen, da sie vergleichsweise locker auf dem Tränenfilm aufliegen.

Schwimmen mit Brille oder Kontaktlinsen – Vorteile und Nachteile

Mit Kontaktlinsen zu schwimmen ist im Meer wie im Schwimmbad sicherlich komfortabler als mit einer Brille. Schließlich kann nicht nur das Brillengestell sehr stören, sondern ebenso die Wassertropfen auf den Brillengläsern. Und gerade im Meer kann eine Brille je nach Wellengang schnell für immer verschwinden. Dafür birgt das Schwimmen mit Kontaktlinsen ein höheres Infektionsrisiko für die Augen. Menschen mit einer leichten Fehlsichtigkeit lösen die Probleme oft, indem sie ihre Sehhilfe beim Schwimmen ganz weglassen. Bei stärkeren Fehlsichtigkeiten ist das leider nicht so einfach. Es gibt zwar Schwimmbrillen mit Sehstärke, aber die lohnen sich hauptsächlich für Vielschwimmer. Daher ist es nicht verwunderlich, dass allen Warnungen zum Trotz viele mit Kontaktlinsen schwimmen und tauchen gehen.

Wann kann man mit Linsen schwimmen?

Wer ein paar wichtige Dinge beachtet, muss in der Tat nicht zwangsläufig auf das Tragen von Linsen beim Schwimmen verzichten. Eine gut sitzende Schwimmbrille hilft dabei, Wasser nicht an die Kontaktlinsen gelangen zu lassen und somit das Infektionsrisiko zu reduzieren. Das Tragen von Tageslinsen kann ebenfalls mehr Sicherheit bieten. Denn im Gegensatz zu Monatslinsen oder Jahreslinsen können Tageslinsen direkt nach dem Schwimmen entsorgt werden und mit ihnen die darauf sitzenden Keime. Wer dennoch seine Monatslinsen beim Schwimmen trägt, sollte sie danach zumindest gründlich mit einem Peroxidsystem reinigen. Weiche Jahreslinsen sollten beim Schwimmen jedoch gar nicht getragen werden, weil sich Keime und andere Stoffe aufgrund der langen Nutzungsdauer besonders gut im weichen Material ansammeln können. Beim Tragen von formstabilen Linsen ist eine Schwimmbrille zudem nützlich, damit die teuren Linsen nicht verloren gehen.

5 Tipps für den Badespaß mit Linsen

  1. Schwimmbrille aufsetzen
  2. Nach Möglichkeit Tageslinsen verwenden
  3. Gelangt Wasser in die Augen, die Kontaktlinsen zeitnah herausnehmen und gründlich reinigen oder entsorgen
  4. Stets eine Ersatzbrille mitnehmen
  5. Kontaktlinsen nicht länger als nötig tragen

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