Warum sind Tränen salzig?

Warum sind Tränen salzig?
Warum sind Tränen salzig? | Quelle: © deniskomarov / iStockphoto.com

Tränen kullern jedem mal über die Wangen. Weil wir traurig sind oder uns über eine Sache schlapp lachen. Weil uns kalter Wind ins Gesicht bläst oder sich eine kleine Fliege ins Auge verirrt hat. Und wenn die Tränen auf die Lippen rollen schmecken sie salzig. Warum bloß?

Woher kommen die Tränen?

Genau genommen sind sie immer da, auch wenn wir gerade nicht zerfließen. Der hauchzarte Tränenfilm benetzt bei jedem Lidschlag die Oberfläche unserer Augen und schützt so die sensible Hornhaut vor Trockenheit, Schmutz und Bakterien. Zudem sorgt er für eine gute optische Abbildung und versorgt die Hornhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen.

Der lange Fluss des Tränenfilms

Gebildet wird der Tränenfilm links und rechts außen unter den Oberlidern – dort liegen die Haupttränendrüsen. Normalerweise verteilt der Lidschlag – das Blinzeln – den Tränenfilm von unten nach oben und von außen nach innen gleichmäßig über die Augenoberfläche. Über die Tränenpünktchen und die Tränenkanäle wird er am Ende in den Tränensack gezogen. Von dort wird das Wischwasser Tränenfilm über den Tränen-Nasengang abtransportiert. Ein kleines bisschen Flüssigkeit verdunstet auch an der Luft, wenn die Augen offen sind. So tränen sie normalerweise nicht beim Schlafen. Doch bei starken Wind, zum Beispiel auf dem Rennrad ohne Brille, schützt sich das Auge vor dem Austrocknen – du weinst.

Wann fließen die Tränen?

Okay, manchmal liegts am Fahrtwind, aber oft weinen wir bei starken Gefühlen. Ein trauriges Buch, die Wut über ein misslungenes Projekt, der Schmerz vom aufgeschürften Knie oder die Freude über die Geburtstagsüberraschung – prompt schießen die Tränen in die Augen. In solch emotionalen Momenten läuft die Tränendrüse auf Hochtour: sie produziert so viel mehr an zusätzlicher Tränenflüssigkeit, dass an den Lidkanten ein kleiner See entsteht, der überläuft. Das Tropfen beginnt. Ihre Extra-Portion Flüssigkeit holt sich die Tränendrüse aus dem Blutserum. Wie bitte, Blut?

Sind Tränen einfach nur Salzwasser?

Unglaublich, aber wahr: Blutserum wird zu Tränen. Wie geht das? Bei diesem Prozess werden etliche Proteine herausgefiltert, bis eine klare Lösung entsteht. Die Salze bleiben jedoch drin. Tränen enthalten 0,9 Gramm Kochsalz pro Liter und das entspricht exakt dem Wert des Blutes! Daher schmecken sie salzig. 

Tränen sind aber weit mehr als nur emotionales Salzwasser. Sie enthalten Elektrolyte, Muzine, Lipide und Proteine, unter anderem Lysozym. Es schützt durch seine antibakterielle Wirkung vor Entzündungen. Und die Lipide sorgen dafür, dass der Tränenfilm auf dem Auge nicht zu schnell verdunstet.

Wer weint wie oft? Ein paar Zahlen…

Vorneweg sei verraten: Nur die Spezies Mensch weint. Nach heutigem Wissensstand machen das weder unsere nächsten Verwandten, die Primaten, noch andere Säugetiere. Auch Krokodile vergießen Krokodilstränen nicht aus Traurigkeit, sondern weil ihnen ihr beim Fressen weit geöffnetes Maul auf die Tränendrüse drückt. 

Apropos Geschlechter: Bis zum 13. Lebensjahr finden sich hinsichtlich der Häufigkeit des Weinens keine nennenswerten Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen. Doch das verändert sich laut Studien im Laufe des Lebens. Frauen machen ihrem Herzen durchschnittlich fünf Mal häufiger Luft, indem sie losschluchzen. Und sie weinen auch deutlich länger als Männer. 

Im Mittel vergießt ein Mensch – m/w/d – während eines durchschnittlichen Lebens 80 Liter Tränen. Warum nur wir Menschen weinen, darüber spekulieren die Wissenschaftler aber noch immer.


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