Können Süßigkeiten den Augen schaden?  

Ist zu viel Süßes schlecht für die Augen?
Können Süßigkeiten den Augen schaden? | Quelle: © Nomad_Soul / shutterstock.com

Zucker – er versüßt uns schwere Stunden, verlangt gerne nach mehr und versteckt sich vielerorts. Nicht nur in Süßigkeiten. Er gilt als eine der Hauptursachen für die sogenannten Zivilisationskrankheiten der Industrieländer: Adipositas, Diabetes Typ 2, Karies, Depressionen und Schlafstörungen, Herz- und Gefäßkrankheiten. Gefäße, also die Versorgungsschläuche für Flüssigkeiten in unserem Körper. Für den Transport von beispielsweise Blut und Tränen? Ein interessanter Verdacht, Watson, dem gehen wir nach.

Indiz 1: Gefäße versorgen unsere Augen

Die Netzhaut wird durch viele feine Blutgefäße mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Diese können verstopfen und sogar brüchig werden. Doch dazu gleich mehr.
Wenn durch eine Verletzung irgendwo im Körper ein Blutgerinnsel entsteht, kann dieses Blutgerinnsel (Fachbegriff Thrombus) über den Blutkreislauf in alle Bereiche des Körpers gelangen. Im schlimmsten Fall würde das Klümpchen irgendwo stecken bleiben und dieses Gefäß teilweise oder ganz verschließen. Eine Durchblutungsstörung, die leider oft sehr schwere Folgen haben kann: im Gehirn einen Schlaganfall, im Herz einen Herzinfarkt, in der Lunge eine Embolie. Und im Auge?

Ist eine Vene verstopft kommt es zu einer Sehverschlechterung, da sieht dann jemand Schlieren und Schleier oder einfach weniger gut scharf. Ist eine Arterie betroffen, kann der Sehverlust ganz plötzlich eintreten. So oder so ist schnellstens ärztliche Hilfe zu holen.

Diabetes, Übergewicht, zu hohe Blutfette … die Liste der Risikofaktoren für „Augeninfarkte“ ist lang. Fast immer haben sie mit schlechter Durchblutung zu tun.

Indiz 2: Diabetes kann die Augen schädigen

Diabetes mellitus, auch Zuckerkrankheit genannt, kann angeboren sein oder im Alter auftreten. Diabetiker*innen erkranken häufiger an Augenerkrankungen als Menschen ohne diese Stoffwechselstörung. Bei etwa zwei von zehn Menschen mit Diabetes wird im Laufe des Lebens eine Augenkrankheit festgestellt.

Durch Diabetes können die Blutgefäße der Netzhaut hart, brüchig und undicht werden. Das Gewebe vernarbt, die unterversorgte Netzhaut gerät unter Stress und kann sich vom Augenhintergrund ablösen. Augenärzt*innen können solche Veränderungen frühzeitig erkennen und behandeln. 

Indiz 3: Übergewicht kann auch den Augen zur Last werden

Eine Studie der Uni Köln aus 2023 zeigt, dass schon frühes Übergewicht spätere Erkrankungen des Auges begünstigen kann. Anscheinend können im Fettgewebe eingelagerte Lipide bestimmte Immungedächtniszellen alarmieren. Bei lokalen Veränderungen gelangen sie aus dem Blutstrom ins Auge und lösen dort chronische Entzündungen aus. „Neben Rauchen und Alter ist Übergewicht ein Hauptrisikofaktor für die altersabhängige Makuladegeneration (AMD). Der Mechanismus war bisher jedoch ungeklärt,“ berichtet Thomas Langmann von der Uniklinik Köln.

Das Royal National Institute of the Blind (RNIB) in London warnt: Fettleibige riskieren den grauen Star und die altersbedingte Makuladegeneration.

Eindeutig überführt: Hier versteckt sich Zucker!

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt Erwachsenen, eine Tagesdosis von 25 bis 50 Gramm Haushaltszucker nicht zu überschreiten. Das ist bei Süßigkeiten natürlich schwierig und Realität sieht anders aus: In Deutschland kommt jede*r durchschnittlich auf mehr als 100 Gramm Zucker pro Tag – das entspricht dem Vierfachen! Dieses Zuviel belastet den gesamten Körper und das Immunsystem.

Also, mach dich schlau und achte besonders auf die versteckten Zuckeranteile, wenn du das nächste Mal wieder hungrig durch die Nacht streifst: in Energydrinks und Saftschorlen, in Pizza, Fast Food und in ziemlich allen Fertigprodukten.

Klares Votum: Stärke deine Augen-Gesundheit

Superleicht zu verstehen: Was dich gesund macht, hilft auch deinen Augen. Und in der To-Do-Liste „Stärke deine Augen-Gesundheit“ ist auch für dich sicher etwas dabei.

Viel Erfolg und bleib gesund.

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