Verändert sich die Augenfarbe im Laufe des Lebens?

Im Alter andere Augenfarbe?
Im Alter andere Augenfarbe? | Quelle: © AaronAmat / iStockphoto.com

Farben verändern sich mit der Zeit – der Lieblingspulli wird heller, die Jeans auch, die weißen Shirts hingegen ergrauen. Selbst das Haar wird oft im Alter grau. Doch kann sich auch die Augenfarbe verändern?

Woher kommt die Farbe in unseren Augen?

Unsere Augenfarbe wird durch einen Pigmentstoff bestimmt: das Melanin. Fast 80 Prozent der nordeuropäischen Babys werden mit blauen Augen geboren, denn ihre Regenbogenhaut, die Iris, enthält kaum Melanin. Durch Sonnenlicht wird mehr und mehr Melanin gebildet und so verdunkelt sich die Farbe der Augen von Blau zu Grün, zu Hellbraun oder Dunkelbraun. Bis zum Alter von eineinhalb Jahren hat sich dann die endgültige Augenfarbe herausgebildet. Aber bleibt sie dann wirklich ein Leben lang so?

Kann sich die Augenfarbe im Alter verändern?

Es gibt tatsächlich Menschen, deren Augenfarbe sich im Lauf ihres Lebens weiter verändert.

Bei der anerkannten Louisville Zwillingsstudie, die schon 1997 die mentale Entwicklung vom Kleinkind bis zum Erwachsenen bei 500 Zwillingen untersuchte/begleitete, machten die Forscher*innen eine völlig unerwartete Entdeckung. Sie beobachteten, neben vielen körperlichen Merkmalen, auch die Augenfarbe (Archives of Ophthalmology: Bito et al., 1997). Und stellten fest, dass sich in einem Zeitraum von sechs bis neun Jahren die Farbe bei mehreren eineiigen hellhäutigen Zwillingen um zwei und mehr Farbstufen änderte. Und zwar erstaunlicherweise in beide Richtungen – also dunkler oder heller.

Die Studie ergab, dass bei zehn bis fünfzehn Prozent aller hellhäutigen Menschen während ihres Jugend- und Erwachsenenalters eine Veränderung der Augenfarbe auftreten kann. Diese Farbwechsel sind harmlos. Doch andere Veränderungen in den Augenfarben können ein Fingerzeig auf Mehr sein.

Was kann eine Veränderung der Augenfarbe noch bedeuten?

Wenn sich die Augenfarbe im Erwachsenenalter deutlich verändert, also sehr viel dunkler oder deutlich heller wird, ist es ratsam, deine*n Optiker*in zu fragen oder in sich in einer Augenarztpraxis Rat zu holen. Auch wenn nur ein Auge seine Farbe wechselt – etwa von Blau zu Braun oder von Grün zu Braun – sollte nach der Ursache geforscht werden. Augenfarben-Wechsel können auf bestimmte Krankheiten hinweisen, die früh erkannt sehr gut behandelbar sind. z. B. das Horner-Syndrom oder der Grüne Star (Glaukom).

Können sich alle Augenfarben im Laufe der Jahre ändern?

Nein, auch hier gilt wieder: je heller, je wahrscheinlicher. Oder anders gesagt: Dunkelbraue Augen bleiben dunkelbraun. Und das liegt an der Menge von Melanin.

Die Melanin-Konzentration in der Iris verändert sich ein Leben lang, weil unsere Augen über die Jahre stetig Sonnenlicht empfangen. So können helle Augen etwas dunkler werden. Das passiert aber sehr langsam und wird von der Person selbst oft gar nicht bemerkt – oder erst, wenn sich die ehemalige Nebensitzerin Jahrzehnte später beim Klassentreffen wundert: „Nanu, deine Augen hatte ich viel heller in Erinnerung?“

Kurzum: Weil Sonnenlicht die Melanin-Produktion in Haut und Augen erhöht, ist es schlicht ein Zeichen von Lebensalter, wenn die helle Haut dunkle Flecken kriegt und die blauen Augen der Großeltern nachdunkeln. Dem bösen Wolf sind sie beide sicher nicht begegnet. Das ist ein Märchen.


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